Lektion
C1 · Teil 11: Literatur analysieren – Kafkas „Vor dem Gesetz“, Erzählperspektive und Stil
- 14 Fragen
- 60 Min
- C1
- Deutsch
Lernziele
Die Lernenden lesen Kafkas Parabel „Vor dem Gesetz“ und Auszüge aus „Die Verwandlung“, analysieren Erzählperspektive (auktorial, personal, Ich-Erzähler), Erzählhaltung und Zeitgestaltung, erkennen Stilmittel (Parataxe, Hypotaxe, Konjunktiv, Leitmotiv, Parabel) und deuten den Text begründet. Sie schreiben eine Textanalyse mit Zitaten und eine eigene Parabel.
Erfolgskriterien
Ich kann Erzählperspektive und Erzählhaltung eines literarischen Textes bestimmen und belegen. Ich kann Stilmittel erkennen und ihre Wirkung beschreiben. Ich kann eine Deutung formulieren und mit Zitaten stützen. Ich kann eine kurze Parabel im Stil des Autors schreiben.
Fragen
-
Multiple Choice
Wer wartet in Kafkas „Vor dem Gesetz“ vor der Tür?
-
Multiple Choice
Welche Erzählperspektive liegt in „Die Verwandlung“ überwiegend vor?
-
Lückentext
„Vor dem Gesetz“ ist eine ___ : eine kurze lehrhafte Erzählung mit übertragener Bedeutung.
-
Lückentext
Ein Satzbau aus vielen Haupt- und Nebensätzen heißt ___ ; kurze Hauptsätze nebeneinander heißen Parataxe.
-
Multiple Choice
Was sagt der Türhüter am Ende von „Vor dem Gesetz“?
-
Multiple Choice
Welche Wirkung hat es, dass Kafka die Verwandlung Gregors ohne Erklärung als Tatsache berichtet?
-
Paare zuordnen
Ordne den Begriff seiner Erklärung zu.
-
Richtig oder falsch
Eine Deutung literarischer Texte ist dann überzeugend, wenn sie am Text belegt wird; es gibt oft mehrere begründbare Lesarten.
-
Multiple Choice
Lies: „Vor dem Gesetz steht ein Türhüter. Zu diesem Türhüter kommt ein Mann vom Lande und bittet um Eintritt in das Gesetz. Aber der Türhüter sagt, dass er ihm jetzt den Eintritt nicht gewähren könne.“ Welche stilistischen Merkmale fallen auf?
-
Multiple Choice
Welche Deutung von „Vor dem Gesetz“ ist am Text belegbar?
-
In Reihenfolge bringen
Ordne den Aufbau einer Textanalyse.
-
Multiple Choice
Welches Wort passt nicht in die Reihe?
-
cloze
Setzen Sie die passenden Sprachbausteine ein. In [1] Analyse von Kafkas „Vor dem Gesetz“ lohnt es sich, zuerst die [2] Erzählweise zu bestimmen: Der Erzähler bleibt nah an der Figur, [3] er nur selten kommentiert. Zugleich erzeugt die Rede der Autorität Distanz, indem der Türhüter wiederholt behauptet, der Mann [4] bestimmte Regeln akzeptieren. Stilistisch arbeitet Kafka oft mit [5] Satzbau und [6], was den Ton nüchtern und protokollarisch wirken lässt. Auffällig sind außerdem Modalverben, [7] Wirkung zwischen Zwang und scheinbarer Freiwilligkeit pendelt. Für die Deutung ist die Differenz von Erzählzeit und [8] zentral: Ein ganzes Leben wird in wenigen Absätzen verdichtet. [9] entsteht der Eindruck, das Scheitern sei nicht zufällig, sondern strukturell. Interpretationen sollten an Wortwahl und Syntax anknüpfen und nicht bloß frei [10]. Besonders tragisch wirkt die Hoffnung, als ob das Gesetz ihm je [11]. Am Ende lässt sich die Szene [12] als Bilanz eines Wartens lesen, das sich selbst legitimiert.
-
Freie Antwort
Schreibe (1) eine Textanalyse zu Kafkas „Vor dem Gesetz“ (etwa 250 Wörter) mit Einleitungssatz, Inhaltsangabe, Analyse von Perspektive und Sprache mit mindestens zwei kurzen Zitaten und einer begründeten Deutung, und (2) eine eigene Parabel (etwa 120 Wörter) im Stil Kafkas über eine moderne Institution (Behörde, Plattform, Hotline).
Die Antworten werden hier nicht gezeigt.